Carsharing und Elektromobilität

Das Auto an der Steckdose

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Elektromobilität 7 Minuten Lesezeit

Derzeit sind in Hamburg 858 Elektrofahrzeuge gemeldet. Der Trend ist steigend. Doch bei insgesamt 761.655 Autos in Hamburg scheint die Elektromobilität noch nicht vollständig als Alternative in den Köpfen angekommen zu sein. Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Warum sollten mehr Elektroautos auf Hamburgs Straßen fahren?

Die Stadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß in der Hansestadt bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. Elektromobilität spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Die alternative Antriebsart soll dabei helfen, trotz des zunehmenden Verkehrsaufkommens das Ziel zu erreichen. Die Stadt will deshalb Anreize schaffen, um mehr Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur ist eine wesentliche Maßnahme.

Wo gibt es Ladestationen im Bezirk Eimsbüttel?

Hamburg belegt deutschlandweit eine Spitzenposition bei der Dichte der Ladeinfrastruktur. In Eimsbüttel gibt bisher 41 Stationen für die Ladung mit Wechselstrom, sogenannte AC-Ladepunkte (Stand 15. November 2016). Weitere 30 Ladepunkte sind laut dem Betreiber Stromnetz Hamburg GmbH aktuell bereits in der Umsetzung bzw. im Genehmigungsverfahren. In ganz Hamburg sind 276 Ladeplätze installiert. 2014 hat der Hamburger Senat beschlossen, die Ladeinfrastruktur auf Basis der in Hamburg erwarteten Fahrzeugzahlen bedarfsgerecht weiter auszubauen. Der Masterplan sieht vor, den Nutzern von Elektrofahrzeugen knapp 600 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung zu stellen, darunter auch 70 Schnellladepunkte, an denen ein E-Fahrzeug zwischen 30 und 80 Prozent in weniger als 30 Minuten aufgeladen werden kann.

Folgende Karte zeigt sowohl die öffentlich zugänglichen Ladestationen als auch die aktuelle Auslastung der Ladestationen.



Wer ist für die Ladesäulen zuständig?

Errichtung und Betrieb der öffentlichen Ladepunkte übernimmt die Stromnetz Hamburg GmbH (SNH). Die Nutzer von E-Fahrzeugen erhalten dabei über ihre jeweiligen Elektromobilitätsanbieter Zugang zu den Säulen. Hierzu schließen die Anbieter mit der SNH einen Ladeinfrastruktur-Zugangsvertrag ab. Angeschlossenen Elektromobilitätsanbietern ist es freigestellt, welches Stromprodukt sie ihren Kunden in Rechnung stellen: Die Abrechnung erfolgt zeit- und/oder verbrauchsbasiert beziehungsweise pauschal. An allen öffentlich zugänglichen Ladestationen in Hamburg wird zertifizierter Grünstrom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien, überwiegend Windstrom, bereitgestellt.

Wie funktioniert das Aufladen?

Die Aufladezeit beträgt für eine 100 Prozent-Ladung bis zu 8 Stunden. Eine Schnellladung zwischen 30 und 80 Prozent kann bereits in weniger als 30 Minuten erfolgen. An den öffentlichen Ladestationen gibt es zwei Bezahlsysteme: Zusätzlich zu einem Zugang mittels Chip-Karte (RFID) des eigenen Stromanbieters ist an allen Ladestationen das Direct Pay-Verfahren eingerichtet. Es ermöglicht das spontane, vertragsungebundene Laden per SMS oder App. Der Strom wird in diesem Fall durch Hamburg Energie bereitgestellt. Beim Laden per SMS erfolgt eine verbrauchsgenaue Abrechnung direkt über den Mobilfunkvertrag oder das Prepaid-Guthaben. Der Fahrer benötigt lediglich ein Mobiltelefon mit einer deutschen Handynummer. Die App “E-Charging Hamburg” zeigt eine integrierte Übersichtskarte mit allen verfügbaren Ladestationen – eine Navigationsmöglichkeit bringt den Fahrer an den gewünschten Ladepunkt. Die entsprechende Abrechnung erfolgt entweder direkt über den Mobilfunkvertrag, das Prepaid-Guthaben, via Kreditkarte, Paypal oder per SEPA-Lastschriftverfahren. Die App gibt es für Android und iOS.

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Ein Ladepunkt mit Parkplatz in der Nähe der Lutterothstraße. Foto: Johanna Mayerhofer

Wie weit können Elektroautos fahren?

Die Reichweiten liegen bei den meisten E-Fahrzeugen derzeit zwischen 100 und 150 Kilometer bei Batteriegrößen zwischen 15 und 25 Kilowattstunden. Die Automobilindustrie kündigt für die nächsten Jahre eine rasante Entwicklung in der Akkutechnik an: Bis 2017/18 sollen Reichweiten von 300 bis 700 Kilometer erreicht werden. Auch die Schnellladesysteme sollen weiterentwickelt werden und eine Vollladung innerhalb von 15 bis 20 Minuten ermöglichen.

Was haben die Fahrer von Elektrofahrzeugen für Vorteile?

Derzeit sind 858 Elektrofahrzeuge und 2.854 Hybridautos auf Hamburgs Straßen unterwegs. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Bestand damit um 27 Prozent bei Elektro- und 26 Prozent bei Hybridautos. Um das elektromobile Fahren weiter voran zu treiben, will die Politik und die Automobilindustrie den Elektrofahrzeugbesitzern entgegenkommen. Bei der Anschaffung eines Elektroautos erhalten Käufer in Deutschland seit Juli 2015 eine Prämie. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat dabei folgende Regeln angesetzt: Eine Förderung gibt es nur für Fahrzeuge mit einem Basislistenpreis von maximal 60.000 Euro. Darüber wird kein Auto gefördert. Für rein batteriebetriebene Autos gilt eine Prämie von 4.000 Euro. Plug In-Hybride erhalten 3.000 Euro Förderung (klassische Hybride keine). Der Staat und die Hersteller teilen sich die Förderung je zur Hälfte.
Zusätzlich zu den Prämien haben die Elektromobilisten in Hamburg einen Vorteil beim Parken: Hamburg hat als erster deutscher Standort Elektroautos von der Parkgebührenpflicht im gesamten Stadtgebiet befreit. Die Parkgebührenfreiheit gilt seit dem 1. November 2015 und reicht zunächst bis ins Jahr 2020. Die Fahrzeuge dürfen auf allen bewirtschafteten Stellflächen, solchen mit Parkscheinautomat, umsonst innerhalb der Höchstparkdauer parken. Es muss eine Parkscheibe ausgelegt werden und das Elektrofahrzeug muss als solches erkennbar sein. Dazu müssen sich Elektrofahrzeug-Nutzer laut dem Landesbetrieb Verkehr (LBV) ein spezielles Kennzeichen mit der Endung “E” anschaffen. Ein weiterer Vorteil: Diese Autos dürfen auf den Stellflächen der Ladepunkte parken, Fahrzeuge mit Benzin oder Dieselantrieb jedoch nicht.

Die Anschaffung eines Elektroautos ist eine Überlegung wert?

Laut Kraftfahrt-Bundesamt gehören folgende Marken und Modelle in Deutschland zu den beliebtesten Battery Electric Vehicles (BEVs):

Auto

Preis (inklusive Akku) inkl. MwSt

realistische Reichweite (elektrisch)

Kosten einer Akkuladung (bei 28 Ct./kWh)

theoretische Fahrstrecke für 50 Euro

BMWi3

ab 34.950 EUR

130 km

6,05 EUR

1.384 km

Renault   ZOE

ab 21.700 EUR

178 km

7,26 EUR

1.223 km

Kia Soul

ab 30.790 EUR

184 km (berechnet)

7,56 EUR

1.215 km

Nissan  Leaf Visia

28.960 EUR

160 km (berechnet)

6,72 EUR

1.190 km

Tesla  Model   S60

76.600 EUR

331 km (berechnet)

5,07 EUR

987 km

smart fortwo  Coupé

18.910 EUR

123 km (berechnet)

4,93 EUR

1.249 km

VW e-Golf

34.900 EUR

191 km (berechnet)

6,78 EUR

1.406 km

Zahlen: www.e-stations.de (Stand: Januar 2017)

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